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03.03.2008

Ein Artikel von Paul Port

An seiner Art zu gehen, drängte sich mir der Gedanke auf, dass seine Füße müde sein müssen. Unzählbar weit zurückgelegte Strecken über die unebene und raue Haut der Erde, und unendlich lange und einsame Wege durch die Täler seiner Seelenlandschaft schien er gegangen zu sein. Sein Gesicht erschien mir wie eine Landkarte, auf der alle Wege im Kreis führen, und es unmöglich erscheinen lassen, wirklich irgendwo anzukommen. Seine Augen waren so schmal, als ob sie sich nicht preisgeben dürften, und es so den Tränen schwer machen einen Weg zu finden. Hilflosigkeit und ein schwacher Hauch von Hoffnung lagen eng aneinandergeschmiegt, wie Frierende, in seinem Gesichtsausdruck. Sein Blick ähnelte der noch schwachen Morgensonne, die versucht durch dicke Nebelschwaden ein Zeichen zu geben. Verschämt nach unten schauend, suchend, ging er mehrmals an mir vorüber, ohne dass ich seine Absicht erkennen konnte.

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Man kannte ihn hier, dass wurde schnell aus den Reaktionen der umstehenden Einheimischen spürbar. Die Luft um mich herum füllte sich ganz zart und kaum fühlbar mit den Ausdünstungen der Haut von Menschen, wenn ihnen etwas peinlich erscheint. Ein süßlich bitterer Geruch der nicht zu leugnen ist, wenn man sich nicht aus dem Wind dreht, strömte in meine Nase und lies mich einen Augenblick nachdenklich werden.

Den umher Stehenden wurde es schwer, sich zwischen Verachtung und Mitgefühl zu entscheiden.

Für einen kurzen, kaum merklichen Augenblick schien es, als suchten sie in meinen Augen die Antwort auf eine Frage zu finden, die sie ihrem Herzen noch nicht wirklich gestellt haben. Fast so, als wäre es anrüchig.

Urplötzlich kam ein eiskalter Wind auf, der mich unvorbereitet frieren ließ, wie Einen, der vergessen hat, wärmende Kleidung mitzunehmen. Ein Wind, der weht, wann und wo er will, und, obwohl ich ihn kenne, trifft er mich immer unverhofft.

Mir war, nachdem meine Blicke diesen Fremden fanden, als wäre jede Regung, jeder noch so kurze Gedanke und der kleinste Hauch von Gefühlen der letzten Sekunden so verlangsamt, dass er in dieser Zeitspanne lesen konnte wie in einem Bilderbuch für Kinder.

Einen oder zwei Augenaufschläge lang trafen sich unsere Blicke, und fast gleichzeitig machte er einen zaghaften Schritt auf mich zu, seine Augen nach unten gerichtet. Als er mich wieder anschaute, strahlte er über das ganze Gesicht und er war froh, feste Lederschuhe an meinen Füßen zu sehen.

Sein Lachen berührte mich so tief, dass ich meine Tränen in meinem freudig-traurigen Ausdruck nicht mehr verbergen wollte. Für den Bruchteil einer Zeit berührten wir gemeinsam ein unsichtbares Band, das keinen Namen hat und nur fühlbar ist. Durch was auch immer, schienen die umherstehenden Menschen für diesen kleinen Augenblick erleichtert und fast versöhnt mit sich selbst zu sein.

Der Fremde bedeutete mir, dass er meine Schuhe putzen wolle und untermalte diesen Wunsch damit, dass er seine Bürste küsste um sie dann zu seinem Herzen zu führen.

Nachdem er sein Werk beendet hatte und schon im Begriff war zu gehen, drehte er sich noch einmal um, machte eine unbeholfene Bewegung mit seinem rechten Bein. Pizarro, el futbolista que ha jugado por Bayern München, es peruano, sagte er stolz.

Weitere Informationen:
http://www.paulport.de/gedanken.php

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