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Kränkungen


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18.07.2010

Ein Artikel von Gudrun Großbach

Wir möchten weniger unter Kränkungen leiden. Zorn, Ärger, Angst und Groll sammelt sich in der Leber und mit diesen Empfindungen haben wir es bei Kränkungen zu tun. Daher der Begriff "beleidigte Leberwurst“ und „Laus über die Leber" gelaufen.

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Viele Krankheitszeichen wie Sucht, Depressionen und psychosomatische Störungen können auf einen Kränkungshintergrund hinweisen bzw. wurden von Kränkungen ausgelöst.

Die Reaktionen auf erlebte Kränkungen können im Gefühlsbereich oder in unserem Verhalten, in unserem Denken bzw. in unseren Gedanken oder körperlicher Art sein. Sie beeinflussen sich wechselseitig. Das kostet uns Lebenskraft.

Wir können uns vor Kränkungen schützen, indem wir Abstand zu unseren Gefühlen von Kränkung nehmen und so den Folgen aktiv vorbeugen.

Manche spüren, dass ihre Kränkungswut negative Folgen hat. Sie führt zu körperlicher Anspannung, einem flachen oder stockenden Atmen, hektischen oder verkrampften Bewegungen und einem Gefühl von Unwohlsein.

Lediglich die Absicht, sich künftig neuartig zu verhalten, nützt nichts, denn wir sind angespannt, weil wir absichtlich anders handeln wollen und wir schießen am Ziel vorbei.

Wenn wir andere verändern wollen schaffen wir oft nur Gegendruck und verstärken dazu dessen unerwünschtes Verhalten.

Die Demütigung und unseren Groll zu verleugnen ist eine Abwehr und wir haben nur unsere Gefühle versteckt. Sie leben nichtsdestoweniger in uns weiter und zeigen sich in Magenschmerzen, Schlafstörungen oder Streitereien.

Kränkungen werden nicht durch äußere Ereignisse ausgelöst, obwohl wir es so empfinden. Folglich geben wir den anderen die Schuld an unseren Kränkungen.

Wir ergründen nicht, warum wir gekränkt reagieren.

Mit Kränkungen sind gedankliche Vorgänge, gefühlsmäßige und körperliche Reaktionen verbunden. Zudem folgt unser Verhalten persönlichen Mustern, die sich aus der eigenen Geschichte und speziellen Erfahrungen ergeben.

Wenn wir begreifen, welche eigenen Reaktionen entstehen, dann haben wir die Chance, sie zu variieren.

Unsere Vorstellungen, Begriffe, Einstellungen und Werturteile, die wir über uns, andere Menschen und die Welt haben, sind aus vergangenen Erfahrungen entstanden und beeinflussen unser heutiges Verhalten, Denken und Fühlen.

Die Einstellung zu uns und den Dingen des Lebens prägt das, was wir wahrnehmen und wie wir es bewerten.

Wenn wir unsere mit Demütigung verbundenen eigenen Einstellungen und Denkmuster entdecken, können wir lernen, Kränkungssituationen verfeinert zu sehen und einzuschätzen, um weniger unter ihnen zu leiden.

Ganzheitliche Veränderung ist nicht über den Verstand zu erreichen, sie ist willentlich nicht machbar. Solange man sie will, kann sie nicht geschehen. Es genügt, bewusst zu erleben, wie Sie sind und wer Sie sind. Die Veränderung geschieht von selbst. Das klingt nicht nur paradox, es ist ein Paradox.

Wandel heißt aber nicht, anders zu werden, als Sie sind. Er geschieht, wenn Sie werden, was Sie sind, nicht wenn Sie versuchen, etwas zu werden, das Sie nicht sind. Wandel findet statt, wenn man sich die Zeit nimmt und sich die Mühe macht, zu sein, was man ist, und d. h. sich voll und ganz auf sein gegenwärtiges Sein einzulassen.

Das ist das Wichtige für eine Veränderung.

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